
Seit mehr als 20 Jahren bin ich nun mit dem Rad in Berlin unterwegs. Anfangs nur in der Stadt, zum Studium und zur Arbeit, später dann auch auf den Landstraßen, in den Wäldern und den Bergen. „Das bin ich … und darum bin ich hier.“ weiterlesen
Willkommen bei meinen Geschichten zum Radfahren in Berlin

Seit mehr als 20 Jahren bin ich nun mit dem Rad in Berlin unterwegs. Anfangs nur in der Stadt, zum Studium und zur Arbeit, später dann auch auf den Landstraßen, in den Wäldern und den Bergen. „Das bin ich … und darum bin ich hier.“ weiterlesen

Nach der Arbeit zuhause ging es am Nachmittag noch einmal in großem Bogen um Oranienburg. In Basdorf fahre ich seit einiger Zeit immer lieber am Bahnübergang rechts ab, erspare mir die Hektik an den Ampeln der Ortsdurchfahrt und fahre stattdessen durch die ruhige Wohnsiedlung am Bahnhof und weiter am Bahndamm der Heidekrautbahn. Ich komme hinter der Tankstelle am Ortsausgang Basdorf in Richtung Berlin (!) auf die Hauptstraße und wechsle dann auf den Radweg auf der anderen Straßenseite. So lief es heute auch. Ich ließ einem Radler auf der Hauptstraße Platz und den Vorrang, damit er ebenfalls leicht und sicher auf den Radweg wechseln konnte. Er fuhr dann etwa zehn Meter vor mir. Ich holte ohne Hast schnell auf. Nach fast drei Stunden auf dem Rad stand mir der Sinn nach einem Pläuschchen. Er war nicht sonderlich schnell unterwegs, etwa 32 km/h. Ich schloss also auf, fuhr nur wenige Sekunden schräg hinter ihm und wollte mich gerade mit irgendetwas Verbindendem (unter Radl-Bros) an ihn wenden, als ich sah, wie er den Kopf schüttelte. Er blickte dann noch einmal über die Schulter und schüttelte erneut den Kopf.
„Warum schüttelst du denn den Kopf, wenn ich hinter dir fahre?“, sprach ich ihn an.
„Weil man erst fragt!“, motzte er mich an.
Nach der Arbeit im HomeOffice schnell auf’s Rad. Feierabendrunde. Es sind die ersten warmen Tage, an denen auch der frühe Abend schon angenehm lau bleibt, und man es wagen kann, bis knapp in den Sonnenuntergang hinein unterwegs zu sein. Es geht durch die Berliner Vororte in Richtung Germendorf und weiter von Norden durch Oranienburg und Lehnitz – auch vorbei an den Rollrasen-Auen bei Leegebruch, wo feinster, neuer Rasen auf riesigen Flächen darauf wartet, geschält und auf Fußballplätzen oder in privaten Gärten verlegt zu werden.
„Einmal Luft pumpen – 2 Euro!“ weiterlesenIch mag auch den Frühling sehr und den Sommer ganz besonders und auch den Winter. Aber gerade jetzt mag ich den Herbst am meisten.



… jetzt fährt er wieder, Gott sei Dank (frei nach Wilhelm Busch).

Mitte Januar habe ich mir auf eisglattem Geläuf die Adduktoren und Leisten gezerrt. Es warf mich um und riss mir die Beine ganz gewaltig in einen Spagat. Autsch! Kaputt war nix, sagte der konsultierte Bader nach Röntgenblick. Die Heilungsprognosen schwankten zwischen 7 und 70 Tagen – großartig! Genauer konnte mir das kein Experte sagen, seriöse Ärzte maßen aber eher in Wochen als in Tagen. Man sprach viel von Ruhe und Geduld. Ja, das sind genau meine Kernkompetenzen!!!
Nach ziemlich genau 6 Wochen bin ich nun wieder unterwegs und froh!
Ich habe mein Leben lang Sport getrieben, war seit frühester Kindheit auf Sportplätzen und in Hallen aktiv. Immer flog irgendein Ball – jeder Größe. In den letzten Jahren saß ich dann zumeist auf dem Rad. Ich kann mich an keine fünf aufeinanderfolgende Tage erinnern, an denen ich mich nicht irgendwie bewegt habe. Aber auch und gerade Radfahren war in den sechs Wochen unmöglich, da der Ansatz der Adduktoren an den Sitzhöckern im Bereich des Gesäßes am längsten beleidigt war. Man ahnt nicht, wofür alles man seine Körpermitte braucht, bis man es schmerzhaft spürt.
Die letzten sechs Wochen waren eine echte Herausforderung, ganz besonders an den vielen Frühlingstagen im diesjährigen Februar. Die Regentage habe ich hingegen sehr gemocht. Davon gab es glücklicherweise auch einige.
Jetzt liegt wieder Weg und Zeit vor mir, und vom Jahr ist noch immer so viel übrig.

„Zwischen den Jahren“ sollte es eine sehr ruhige Tour werden. Den Pulsmesser hatte ich vorsätzlich zuhause gelassen. Das würde ich auch so unter Kontrolle halten können. Mit geschickter Routenplanung konnte ich mich in den Wäldern gut vor dem ekligen Westwind verstecken, der mich am alten Wolfsfang in der Kalkhorst vorbei zu unserem Lieblingssee (siehe oben) drückte. Das Fotomotiv drängte sich mir unwiderstehlich auf. Herrlich! Endlich mal wieder – entlang solcher Ausblicke und Eindrücke – draußen unterwegs … nach einigen Wochen virtuellem Intervall-Training in Watopia.
Ab hier ging es etwas ruppiger weiter. Aber trotz des feuchten Herbstlaubs und der vielen Äste, die der stürmische Wind der letzten Tage von den Bäumen gebrochen hatte, ließ es sich gut und flüssig fahren. Die tiefen Pfützen ließen sich gut an den trockengefallenen Anliegern an ihren Rändern umkurven. Ab der Chaussee allerdings waren die Spuren der schweren Fahrzeuge des Forstbetriebs nicht zu übersehen. Auf festem Weg hatten sie nur wenig Schaden angerichtet, aber an den Sammelstellen und auf losen Wegabschnitten waren sie verheerend. So wechselten sich auf den folgenden gut 15 Kilometern diese Bedingungen ab:


Dabei gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder Absteigen und durch den Modder schieben ODER Vollgas durch da. Wie der Titel dieses Eintrags andeutet, entschied ich mich für „Vollgas“ – und konnte (musste!) so mein Intervalltraining aus den Vorwochen fortsetzen. Ziemlich geschlaucht und völlig verdreckt, aber trotzdem glücklich kam ich schließlich zuhause an!
Vielleicht muss ich einfach nur enger mit den Forstbehörden zusammenarbeiten und meine Strecken in enger Abstimmung mit ihren Waldarbeiten planen. Es muss doch irgendwo im Netz zu finden sein, welche Waldwege als nächstes zerstört werden.

Das Prinzip „Rad und Regen“ ist sehr einfach: Ist die Regenjacke dabei, regnet es nicht. Hat man sie zuhause gelassen, ärgert man sich später sehr und zittert sich klamm nach Hause. Ausnahmen bestätigen diese Regel!
Am Samstag gab es so eine Ausnahme, aber auch die erweiterte Ausprägung dieses Prinzips: Als nach drei Stunden trockener Tour das Tröpfeln in Regen überging, es immer dunkler wurde und vielversprechend grummelte, zog ich die Regenjacke an. Zwei Kilometer später war der Regen vorbei, die Straße nahezu trocken. Feucht war es nur in meiner Regenjacke. Angehalten, Regenjacke gegen Windweste getauscht, weiter gefahren… Und natürlich fing der Regen nach wenigen Kilometern nun von Neuem an. Wenn man diesen Regen dann ignoriert, kommt man zumeist trocken nach Hause. Ausnahmen soll es auch hier gegeben haben.
Nebenbei bietet dieses Wetter aber auch die schönsten Fotomotive, um die es hier eigentlich geht.

Anfang März, unterwegs aus dem Büro in Adlershof nach Pankow. Es ist kalt, aber in der Sonne fühlt es sich gut an. Ich bin gut eingepackt, habe Musik im Ohr und nach dem hektischen Verkehr in der Dörpfeldstraße schnell die Wuhlheide, später die Biesdorfer Idylle um mich. Läuft!
„Ladung verloren“ weiterlesen
Unverhofft kommt – öfter als gedacht. Früh im Jahr wird man hin und wieder von den Brandenburger Städtchen enttäuscht, besonders wenn man bei 4 bis 8 Grad die Pause nach halber Strecke oder vor der Heimfahrt gegen den Wind – zum Aufwärmen und Auffüllen der Feststoffreserven – fest eingeplant hat. Einige der Umkehrpunkte haben nicht mal eine Tankstelle, und – anders als im Netz versprochen – die Gastronomie ist noch im Winterschlaf. Vor verschlossenen Türen trifft man dann auf andere durchgefrorene RadlerInnen, die ratlos nach Wärme, Kaffee und Geborgenheit suchen und denen nichts anderes übrig bleibt, als den Frust in Energie umzuwandeln.
„Ein Hunger-Ast – fast!“ weiterlesen
Eines ist klar: CORONA ist eine blöde Kuh! Daran ist nichts Gutes! Aber solche Augenblicke lassen sich nun einfacher realisieren!
„… und jetzt ins HomeOffice!“ weiterlesen
Unglaublich glatt und unversehrt liegt ein breites, satt schwarzes Tuch im Wald. Weiter hinten geht es über, erst in Anthrazit dann in Weiß. Lichter Wald, der behutsam auf Abstand gehalten wird, wartet geduldig und bescheiden auf den Frühling. Angenehm unaufgeregte Brauntüne beherrschen das Bild, ganz zaghaft versucht sich Grün am Bunten, selbst der Himmel nimmt sich als Hintergrund zurück, stört nicht mit lautem Blau.
„So ein schöner Radweg!“ weiterlesen