Das bin ich … und darum bin ich hier.

Seit mehr als 20 Jahren bin ich nun mit dem Rad in Berlin unterwegs. Anfangs nur in der Stadt, zum Studium und zur Arbeit, später dann auch auf den Landstraßen, in den Wäldern und den Bergen. Meistens bin ich allein unterwegs, was ich aber nicht als Mangel, sondern als Vorteil und meine Freiheit empfinde. Manchmal ist es allein im Wind schon schwer, aber dafür merkt keiner, wenn ich abkacke und abkürze.

Fast täglich pendle ich mit dem Rad zwischen zuhause und der Arbeit. Und dabei erlebt man so Einiges, von dem ich hier berichten möchte.

Ich bin dabei in der Regel ganz flott unterwegs. Einmal unterwegs, möchte ich auch zügig ankommen, besonders wenn es nach Hause geht. Dabei ist dann eben auch mal eine Ampel gelb oder eben Erdbeergrün. (Also, reife Erdbeeren!)

Aber, ich bin kein rücksichtsloser Rad-Hooligan!

Ich respektiere alle anderen Leute auf der Straße – und Kreuzungen, die man nicht bei Rot überqueren kann. Im Dunkeln oder der Dämmerung fahre ich immer mit „anständigem“ Licht. Ich ziehe einen Ruf „Vorsicht! Entschuldigung!“ der Radklingel vor, weil die sich irgendwie immer aggresiv anhört. Ich bedanke mich immer, wenn Leute auf die Rufe oder die Klingel sinnvoll und angemessen reagieren. (Habe festgestellt, dass nach dem Klingeln auch schon mal unangemessen reagiert wird.) Ich rufe „Sorry!“ oder „Entschuldigung“, wenn ich einem Radfahrer auf seinem Radweg entgegen, wenn ich Fußgängern und Joggern auf Fußwegen und im Wald und Autos in ihrem Revier zu nahe komme. Ich grüße außerhalb der Stadt alle Radfahrer – außer Liegeradfahrer. (Die finde ich nur lustig, wie sie grundsätzlich hartgesichtig auf Auspuffhöhe mit wackelndem Wimpel unterwegs sind.) Mit Handgruß bedanke ich mich bei Auto- und LKW-Fahrern, wenn sie nicht auf ihrem Recht der härteren Karosserie beharren.

Ich hoffe ehrlich, dass diese kleinen Gesten etwas mit den Menschen machen, denen ich täglich begegne. Und dass diese Menschen sich vielleicht bei der nächsten Gelegenheit auch bedanken oder entschuldigen, auch wenn sie eigentlich im Recht sind oder Vorfahrt haben. Ich hoffe, dass diese kleinen Gesten die Welt schrittweise ein kleines Bisschen besser machen.

Trotzdem reagiere ich aber auch – wie jedes Lebewesen – spontan und impulsiv, wenn sich Menschen oder große Massen Stahl und Plastik aus Unachtsamkeit, Egoismus oder Ignoranz in meinen Weg begeben und meine Gesundheit gefährden. Dann ist in der Regel Schluss mit „Sorry!“ und „Danke!“, Freunde. Dann gibt’s auch schon mal heftig Saures!

Ich denke, dass es gut ist, diesen bikelle-Statut zu kennen, um die Einträge und Geschichten besser zu verstehen.

 

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