
Seit März 2020, als der Virus über uns kam, bin ich vielleicht 10 Mal im Büro in Adlershof gewesen – in nun fast 15 Monaten. Seitdem arbeite ich in der HomeOffice. Man liest ja viel darüber, wie sich das Arbeiten zuhause auf die (Arbeits)Moral auswirkt. Ich muss leider gestehen, dass ich nach meinem „Hauptamt“ daheim zu keinen weiteren intellektuellen Leistungen in der Lage war – und bin.
Und da ich das Schreiben dieser Texte als intellektuelle Leistung empfinde, liegt die Veröffentlichung des letzten Eintrags unglaubliche acht Monate her ist. Ich schäme mich so – und mache mich deshalb wieder ans Werk!
Es ist aber nicht nur die fehlende Kraft und Motivation nach einem langen Arbeitstag an genau derselben Position am Computer! Es ist auch der Mangel an Erlebnissen auf dem Weg zur Arbeit und von dort zurück nach Hause. War man in den Zeiten zwischen den „Wellen“ oder sogar im harten Lockdown unterwegs, war man da draußen ziemlich allein und einsam.
Natürlich ist das toll! Die Straßen sind leerer, weil weniger Leute unterwegs sind. Ja, Staus gibt es trotzdem, weil die Leute jetzt nicht mehr die Öffis nutzen. Leerer sind aber die Radwege auf meinen Routen um das Stadtzentrum herum. Es ist schon besonders, in diesen Zeiten mit dem Rad in Berlin unterwegs zu sein. Fühlt sich an wie „erste Woche Sommerferien“ oder „Brückentag“, fast wie die Straßenszenen in „I am Legend“. Aber weil die Leute so … besorgt und … rücksichtsvoll und … ja! … nett sind, passieren so wenige aufregende Dinge – außer das eben so wenig passiert. Worüber kann ich mich dann also aufregen? Worüber soll ich schreiben? Wovon soll ich berichten? Davon, dass nicht passierte bei Sonne und Rückenwind?
Unterwegs war ich trotzdem recht viel, bin quasi seit März 2020 im Corona-Rad-Trainingslager. Ich habe noch in keinem Jahr zuvor so viele Kilometer auf dem Rad zurückgelegt. Ich hoffe, dass ich es auf die Rolle … äh … Reihe kriege, bald darüber zu berichten. Da liegen noch einige wunderbare Eindrücke von den Touren durch Berlin, Brandenburg und Mecklenburg in meiner Mediathek. So einen frischen, lichten und menschenleeren Waldweg im sonnigen Spätwinter habe ich ja früher bei Tageslicht gar nicht zu sehen bekommen. War dementsprechend beeindruckt – und trotz Corona irgendwie glücklich!