Fremdbestimmte Intervalle

„Zwischen den Jahren“ sollte es eine sehr ruhige Tour werden. Den Pulsmesser hatte ich vorsätzlich zuhause gelassen. Das würde ich auch so unter Kontrolle halten können. Mit geschickter Routenplanung konnte ich mich in den Wäldern gut vor dem ekligen Westwind verstecken, der mich am alten Wolfsfang in der Kalkhorst vorbei zu unserem Lieblingssee (siehe oben) drückte. Das Fotomotiv drängte sich mir unwiderstehlich auf. Herrlich! Endlich mal wieder – entlang solcher Ausblicke und Eindrücke – draußen unterwegs … nach einigen Wochen virtuellem Intervall-Training in Watopia.

Ab hier ging es etwas ruppiger weiter. Aber trotz des feuchten Herbstlaubs und der vielen Äste, die der stürmische Wind der letzten Tage von den Bäumen gebrochen hatte, ließ es sich gut und flüssig fahren. Die tiefen Pfützen ließen sich gut an den trockengefallenen Anliegern an ihren Rändern umkurven. Ab der Chaussee allerdings waren die Spuren der schweren Fahrzeuge des Forstbetriebs nicht zu übersehen. Auf festem Weg hatten sie nur wenig Schaden angerichtet, aber an den Sammelstellen und auf losen Wegabschnitten waren sie verheerend. So wechselten sich auf den folgenden gut 15 Kilometern diese Bedingungen ab:

Dabei gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder Absteigen und durch den Modder schieben ODER Vollgas durch da. Wie der Titel dieses Eintrags andeutet, entschied ich mich für „Vollgas“ – und konnte (musste!) so mein Intervalltraining aus den Vorwochen fortsetzen. Ziemlich geschlaucht und völlig verdreckt, aber trotzdem glücklich kam ich schließlich zuhause an!

Vielleicht muss ich einfach nur enger mit den Forstbehörden zusammenarbeiten und meine Strecken in enger Abstimmung mit ihren Waldarbeiten planen. Es muss doch irgendwo im Netz zu finden sein, welche Waldwege als nächstes zerstört werden.

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