Ein Hunger-Ast – fast!

Unverhofft kommt – öfter als gedacht. Früh im Jahr wird man hin und wieder von den Brandenburger Städtchen enttäuscht, besonders wenn man bei 4 bis 8 Grad die Pause nach halber Strecke oder vor der Heimfahrt gegen den Wind – zum Aufwärmen und Auffüllen der Feststoffreserven – fest eingeplant hat. Einige der Umkehrpunkte haben nicht mal eine Tankstelle, und – anders als im Netz versprochen – die Gastronomie ist noch im Winterschlaf. Vor verschlossenen Türen trifft man dann auf andere durchgefrorene RadlerInnen, die ratlos nach Wärme, Kaffee und Geborgenheit suchen und denen nichts anderes übrig bleibt, als den Frust in Energie umzuwandeln.

Heute war ich mit dem MTB im Wald unterwegs. Dabei sind die Kontakte zur Zivilisation und die Möglichkeiten der „Einkehr“ ja noch seltener. Das Wetter war großartig, aber immer noch ziemlich „frisch“. In der Sonne ging’s, und so früh im Jahr schafft sie es auch noch durch die blattlosen Baumkronen bis runter auf die Waldwege. Die Wege sind noch wunderbar festgefahren und befreit von allem im Herbst und Winter herabgefallenem Laub und Geäst. Die Pflanzen am Wegesrand sind bislang nur eine Idee des nahenden Frühlings. Der Blick kann frei wandern und sieht die Seen, die sich im sommerlichen Wald hinter sattem Wuchs verbergen, lange bevor der Geruch sie wahrnimmt.

Aber man kann sich eben nicht satt sehen. Von den Möglichkeiten des neuen Jahres berauscht ging es in den Wäldern um Prenden doch etwas weiter und straffer dahin als geplant. Der euphorische Berg-Sprint rauf zum Mount Erich war wohl doch etwas zu fix. Hui! Natürlich hatte ich nichts zu essen dabei, sollte ja gar nicht so weit gehen! Jetzt wurd’s hart!

Ich nutzte den Schwung bergab, sparte mir die Gelände-Passagen um den Bogensee und steuerte unter der A11 hindurch vorbei am Obersee direkt nach Lanke, von wo ich den kürzesten Weg nach Waldfrieden nehmen wollze. Am Straßen-Anstieg in Lanke, kurz bevor es rechts in den Schwarzen Weg geht, kam ich langsam am Restaurant Bellevue vorbei – und sah Licht und eine offene Tür. Gerettet!

Hinter der Theke stand eine Brandenburgerin und schäkerte mit dem Koch, der offenbar noch nichts zu tun hatte. Die gute Kaffeemaschine sah ich sofort. Kuchen backen sie nicht selbst, sind ja ein Restaurant, können mir aber einen Apfelstrudel mit Eis, Vanillesoße und Schlagsahne anbieten. Nahm ich alles inkl. gutem Cappucchino und noch eine Cola für den schnellen und einfachen Zucker.

Beim wem es also mal eng wird mit den Ressourcen zwischen Liepnitz-, Ober- und Hellsee der findet alles, was er braucht und dazu noch sehr nette BrandenburgerInnen, im Bellevue in Lanke. Hinterm Haus gibt es einen Biergarten, an dem man mit Blick auf die Räder in der Sonne sitzen und auftanken kann. Bis auf Dienstag hat das Bellevue an jedem Tag von 12:00 bis 19:00 Uhr geöffnet!

Mein Tipp gegen den Hungerast – und manchmal auch lange, bevor er sich meldet!

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